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Willkommen im True Legends — einem Forum, das mehrere eigenständige RPGs unter einem gemeinsamen Dach vereint. Jedes unserer elf Boards besitzt seine eigene Welt, Story, Bereiche und eine eigene Bereichsleitung. Dadurch fühlt sich jedes wie ein kleines eigenes Forum an, während ihr gleichzeitig Teil einer aktiven Community bleibt.

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  • GötterdämmerungJun – Aug 2050
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  • Welcome to Racoon CityJan - März 2022
  • A Home for EveryoneJan – Mär 2005
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Fire on Fire

Bloom Feen
Fire on Fire
   Bloom   Sky
am 09.09.2021


Bloom blieb stehen, als Sky ihre Stirn gegen seine legte, und für einen Moment sagte er nichts. Ihre Hand lag an seiner Wange, ihre Finger mit seinen verschränkt, und obwohl sie gerade von Feuer, von „zu viel“ und all den Dingen gesprochen hatte, die sie früher an sich selbst ändern wollte, fühlte sich dieser Augenblick erstaunlich ruhig an. Vielleicht lag es daran, dass sie aufgehört hatte, sich vor ihm zu erklären. Sie stand einfach da — Bloom, ohne Maske, ohne Ausreden, ohne den Versuch, sich kleiner zu machen. Sky hob seine freie Hand, legte sie über ihre und strich mit dem Daumen über ihre Finger. „Dann bleibe ich.“ Keine große Erklärung, kein dramatisches Versprechen. Nur diese drei Worte, direkt in ihre Augen gesprochen. „Auch wenn du zu viel bist. Auch wenn du wieder irgendetwas anzündest, das absolut nicht brennen sollte. Auch wenn du mitten in der Nacht die Welt retten willst.“ Seine Stimme wurde weicher. „Und auch dann, wenn du selbst nicht weißt, was du brauchst.“

Er ließ ihre Hand langsam von seiner Wange sinken, hielt sie aber fest. „Ich will nicht, dass du kleiner wirst, Bloom.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Nicht vorsichtiger, nicht ruhiger, nicht einfacher — nur damit ich mich wohler fühle.“ Ein leises Lachen entwich ihm. „Ganz ehrlich? Ich würde dich nach drei Tagen vermissen.“ Dann hob er ihre Hand und drückte einen sanften Kuss auf ihre Fingerknöchel. „Und ich liebe dich genau deshalb.“ Er wusste, dass sie beide noch viel mit sich herumtrugen, dass die Welt nicht einfach verschwand, nur weil sie beschlossen hatten, für einen Moment nicht nach ihr zu sehen. Aber diesmal würde sie nicht allein damit sein. „Du musst übrigens nicht immer mutig sein.“ fügte er leiser hinzu. „Du darfst auch einfach mal sagen, dass du Angst hast. Ich werde dich dafür höchstens ein bisschen ärgern.“ Er zog sie näher, bis kaum noch Abstand blieb. „Aber ich gehe nicht.“

Als Bloom wieder losging, blieb Sky kurz stehen, sah ihr nach und folgte ihr dann. Nach wenigen Schritten schob er seine Finger wieder zwischen ihre, ihre Schulter berührte seine, und plötzlich war alles erstaunlich leicht. Kein Palast, keine Titel, keine Dragon Flame, keine Erwartungen — nur sie, nur er. „Nur Bloom und Sky.“ sagte er mit einem schiefen Grinsen. „Wir brauchen dafür einen Ort. Irgendwo, wo uns niemand kennt. Keine Feinde, keine Portale, keine Aufgabenlisten.“ Er sah zu ihr. „Wir gehen einfach. Ohne zu wissen, wohin.“ Seine Finger schlossen sich fester um ihre. „Und wenn wir uns verlaufen, dann verlaufen wir uns zusammen.“ Er ging weiter, ohne Eile, und zum ersten Mal fühlte es sich nicht wie Flucht an — sondern wie Freiheit. „Und falls die Welt uns irgendwann findet,“ murmelte er, „kann sie höflich anklopfen. Aber ich mache nicht auf, wenn gerade Frühstück ist.“
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Sky Menschen
Fire on Fire
   Bloom   Sky
am 09.09.2021


Bloom musste lachen.

Nicht dieses helle, unbeschwerte Lachen, das sie manchmal benutzte, wenn sie versuchte, eine schwierige Situation leichter aussehen zu lassen.

Es war kleiner.

Echter.

Sie schüttelte den Kopf und sah Sky von der Seite an, während sie weiter neben ihm herging.

„Du würdest die Welt wirklich vor der Tür stehen lassen, nur weil du gerade frühstückst?“

Ein gespielt empörter Ausdruck trat auf ihr Gesicht.

„Das ist ziemlich unhöflich, Prinz Sky.“

Sie drückte seine Hand leicht.

„Aber ich glaube, ich kann damit leben.“

Ihre Schritte wurden langsamer, bis sie schließlich wieder stehen blieb.

Nicht, weil sie zurückwollte.

Nur weil sie ihn ansehen wollte.

All die Worte, die er gesagt hatte, waren noch da. Besonders dieses eine Versprechen.

*Ich gehe nicht.*

Bloom senkte für einen Augenblick den Blick auf ihre ineinander verschränkten Hände.

„Weißt du, was ich daran am meisten mag?“

Sie sah wieder zu ihm.

„Dass du nicht sagst, dass du mich vor allem beschützen wirst.“

Ein kleines Lächeln.

„Du sagst, dass du mit mir gehst.“

Sie ließ seine Hand nicht los.

„Das ist ein Unterschied.“

Ihre Stimme wurde ruhiger.

„Ich brauche keinen Menschen, der mir jedes Problem aus dem Weg räumt. Ich glaube, davon hatte ich in meinem Leben genug.“

Ein kurzes Schmunzeln.

„Und meistens habe ich die Probleme sowieso gefunden, die niemand vorhergesehen hat.“

Ihr Blick wurde weich.

„Ich möchte jemanden, der neben mir steht, wenn ich sie finde.“

Ein Moment verging.

„Und der mich daran erinnert, dass ich nicht alles allein tragen muss.“

Bloom trat wieder näher.

„Das bist du.“

Sie hob ihre freie Hand und strich kurz über seine Wange.

„Du bist derjenige, bei dem ich nicht ständig das Gefühl habe, irgendetwas beweisen zu müssen.“

Ihre Finger verweilten einen Augenblick.

„Nicht, dass ich stark bin. Nicht, dass ich eine Prinzessin bin. Nicht, dass ich die Dragon Flame kontrollieren kann.“

Ein kleines Lächeln.

„Manchmal nicht einmal, dass ich weiß, was ich eigentlich tue.“

Sie zog ihre Hand zurück.

„Und erstaunlicherweise bist du trotzdem noch da.“

Ihr Lachen war leise.

„Das muss Liebe sein. Oder eine wirklich beeindruckende Form von Sturheit.“

Sie setzte sich wieder in Bewegung.

Nach wenigen Schritten lehnte sie ihre Schulter gegen seine.

„Also gut.“

Sie sah auf den Weg vor ihnen.

„Nur Bloom und Sky.“

Die Worte fühlten sich immer noch ungewohnt an.

Aber gut.

„Dann will ich einen Ort, an dem wir morgens nicht wissen, was wir mit dem Tag anfangen sollen.“

Sie überlegte kurz.

„Vielleicht irgendwo am Meer.“

Ein Blick zu ihm.

„Mit einem kleinen Haus.“

Dann hob sie warnend einen Finger.

„Und einer Küche.“

Sie sah ihn ernst an.

„Denn wenn wir schon vor der Welt davonlaufen, möchte ich wenigstens vernünftiges Frühstück.“

Ein Grinsen.

„Du bist schließlich derjenige, der gerade beschlossen hat, die Welt dafür nicht hereinzulassen.“

Sie ging weiter.

Der Weg vor ihnen war unbekannt.

Und zum ersten Mal störte sie das nicht.

Es gab keinen Plan, den sie erfüllen musste.

Kein Ziel, das sie erreichen musste.

Keinen Kampf, auf den sie sich vorbereiten musste.

Nur seine Hand in ihrer.

Bloom atmete tief durch.

„Und wenn wir uns verlaufen…“

Sie sah zu ihm hinüber.

„Dann verlaufen wir uns zusammen.“

Ein sanftes Lächeln.

„Aber ich sage dir gleich: Wenn wir am Ende irgendwo landen, wo es nur schlechtes Essen gibt, bist du schuld.“

Sie wartete keine Antwort ab.

Ihre Finger verschränkten sich fester mit seinen.

Und während sie weitergingen, fühlte sich die Zukunft zum ersten Mal nicht wie etwas an, das auf sie wartete.

Sondern wie etwas, das sie selbst entdecken durfte.

Mit ihm.

Vielleicht war das ihre Art von Freiheit.

Nicht weg von allem.

Sondern endlich frei genug, einfach sie selbst zu sein.

Bloom lehnte ihren Kopf für einen kurzen Moment an seine Schulter.

„Nur wir.“

Leise.

Fast wie ein Versprechen.

„Das klingt tatsächlich nach einem ziemlich guten Anfang.“
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Bloom Feen
Fire on Fire
   Bloom   Sky
am 09.09.2021


Bloom ließ die letzten Worte noch einen Moment zwischen ihnen bestehen, als wären sie etwas Zerbrechliches, das nicht durch vorschnelle Bewegung gestört werden durfte. „Nur wir.“ Zwei einfache Worte, und doch schienen sie in ihr nachzuklingen wie eine leise Melodie, die sie nicht mehr aus dem Kopf bekam. Während ihre Finger sich fester um Skys Hand schlossen, spürte sie die Wärme seiner Nähe bis in die Fingerspitzen. Nicht als Beweis, dass sie sicher war. Nicht als Versprechen, dass nichts mehr schiefgehen konnte. Gerade das machte es so wertvoll. Sicherheit hatte in ihrem Leben selten bedeutet, dass keine Gefahr existierte. Meist hatte sie nur bedeutet, dass sie stark genug sein musste, um ihr entgegenzutreten. Doch nun, während ihr Kopf für einen kurzen Augenblick an seiner Schulter ruhte und der Weg unter ihren Füßen weiterführte, fühlte sich Stärke zum ersten Mal nicht wie eine Rüstung an. Eher wie etwas, das sie ablegen durfte, ohne darunter augenblicklich zu zerbrechen. Ein kleines, warmes Lächeln fand auf ihre Lippen. Vielleicht ist das wirklich Freiheit. Nicht alles hinter sich zu lassen, sondern selbst entscheiden zu dürfen, was man mitnimmt. Der Gedanke war ungewohnt, beinahe beängstigend in seiner Schlichtheit. Sie hatte so lange nach Antworten gesucht, nach einem Ort, an dem sie hingehörte, nach einer Bestimmung, die groß genug war, um all die Zweifel und Verluste zu rechtfertigen. Dabei hatte sie beinahe übersehen, dass ein Leben nicht erst dann bedeutsam wurde, wenn es von einer großen Aufgabe erfüllt war. Vielleicht durfte es auch aus verschlafenen Morgen, schlechtem Wetter, kleinen Häusern am Meer und Streit darüber bestehen, wer für das Frühstück verantwortlich war.

Sie hob den Kopf wieder und warf Sky einen Seitenblick zu, in dem sich ein Anflug von gespieltem Misstrauen mit aufrichtiger Zuneigung mischte. „Ich möchte übrigens festhalten, dass ich nicht gesagt habe, du müsstest kochen“, erklärte sie, obwohl sie genau wusste, dass ihre vorherige Bemerkung diese Möglichkeit durchaus nahegelegt hatte. Ihre freie Hand hob sich leicht, als würde sie einen unsichtbaren Einwand abwehren. „Ich sagte nur, dass ich vernünftiges Frühstück möchte. Das lässt uns mehrere Optionen offen.“ Ihr Grinsen wurde breiter, bevor es sich wieder beruhigte. Der Scherz war leicht, doch unter ihm lag etwas, das sie nicht aussprach: Sie wollte nicht, dass dieser Traum zu einem weiteren Ziel wurde, das sie mit aller Kraft erreichen musste. Kein neuer Schwur, den sie um jeden Preis halten, keine Zukunft, die sie gegen die Welt verteidigen musste, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Nur eine Möglichkeit. Ein Bild, das sie betrachten konnte, ohne sofort darüber nachzudenken, welche Hindernisse sich davor auftürmen würden. Trotzdem schob sich ein Rest ihrer alten Wachsamkeit zurück in ihr Bewusstsein. Die Vorstellung, einfach loszugehen, ohne Plan, ohne Ziel und ohne zu wissen, was hinter der nächsten Biegung lag, hätte sie früher unruhig gemacht. Nun war die Unruhe noch da, aber sie fühlte sich nicht mehr wie eine Warnung an. Eher wie Vorfreude. „Und falls wir uns wirklich verlaufen“, sagte sie schließlich, während ihr Daumen langsam über seinen Handrücken strich, „dann werde ich dich daran erinnern, dass du behauptet hast, die Welt könne draußen bleiben. Das bedeutet vermutlich auch, dass du dich mit Landkarten beschäftigen musst, bevor du sie aussperrst.“ Ein leises Lachen entwich ihr, echter und freier als zuvor. „Ich werde dich natürlich unterstützen. Moralisch. Aus sicherer Entfernung. Mit einer Tasse Tee.“

Für einige Schritte schwieg Bloom danach, doch es war kein Schweigen, das nach einer Erklärung verlangte. Sie nahm den Weg bewusster wahr: die wechselnden Farben am Rand, die Luft, die sich auf ihrer Haut bewegte, und das Gefühl, dass jeder Schritt nicht auf einen vorbestimmten Ausgang zuführte. Ihre Hand blieb in seiner, und wann immer sich ihre Gedanken wieder in alte Muster verirrten, genügte ihr diese Verbindung, um sich daran zu erinnern, dass sie nicht alles im Voraus wissen musste. Dennoch war da eine Frage, die sich nicht länger zurückdrängen ließ. Bloom verlangsamte ihre Schritte ein wenig und wandte den Blick schließlich wieder zu Sky. In ihren Augen lag Wärme, aber auch eine vorsichtige Ernsthaftigkeit. „Wenn es wirklich nur Bloom und Sky sein sollen“, sagte sie, „dann möchte ich, dass du mir versprichst, dass ich dir auch sagen darf, wenn ich Angst habe.“ Ihre Stimme blieb ruhig, doch die Offenheit darin kostete sie mehr Mut als jedes selbstbewusste Lächeln. „Nicht erst, wenn ich eine Lösung gefunden habe. Nicht erst, wenn ich wieder stark genug wirke. Einfach dann, wenn sie da ist.“ Sie atmete tief ein und ließ die Worte zwischen ihnen stehen, ohne sie hastig abzuschwächen. „Und ich verspreche dir im Gegenzug, dass ich nicht automatisch davonlaufe, nur weil etwas schwierig wird.“ Ein schiefes Lächeln kehrte zurück. „Na gut. Ich verspreche es zumindest meistens. Ich möchte mir ein kleines bisschen Spielraum für dramatische Auftritte lassen.“ Ihre Finger verschränkten sich erneut fester mit seinen, während sie den Weg weiterging und den Blick nach vorn richtete. Die Zukunft war noch immer unbekannt, vielleicht sogar gefährlich. Aber sie gehörte nicht länger nur einer Pflicht, einem Schicksal oder den Erwartungen anderer. Zum ersten Mal wagte Bloom, sie als etwas Eigenes zu betrachten. Als eine Tür, die sie nicht durchbrechen musste. Vielleicht genügte es, sie gemeinsam zu öffnen.
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Sky Menschen
Fire on Fire
   Bloom   Sky
am 09.09.2021


Sky bemerkte die Veränderung nicht an einem bestimmten Moment.
Es war nichts Großes.
Kein plötzliches Innehalten, kein Satz, der alles veränderte, keine dieser dramatischen Gesten, aus denen Geschichten später ihre entscheidenden Augenblicke machten.

Es war vielmehr die Art, wie Bloom ihren Kopf an seiner Schulter ruhen ließ.

Wie ihre Finger seine hielten.Wie sie einfach weitergingen.
Und vielleicht war genau das der Grund, weshalb es ihn so sehr traf.

Sky senkte für einen Augenblick den Blick auf ihre miteinander verschränkten Hände. Ein kaum sichtbares Lächeln lag auf seinen Lippen.

*Nur wir.*

Er hatte die Worte gesagt, ohne lange darüber nachzudenken.
Jetzt, da sie zwischen ihnen existierten, begriff er langsam, wie sehr er sie gemeint hatte.

Nicht Prinzessin Bloom von Domino.Nicht Prinz Sky von Eraklyon.
Keine Titel. Keine Königreiche. Keine Erwartungen.

Keine Leute, die bereits wussten, was richtig für sie war, bevor sie überhaupt die Gelegenheit bekamen, selbst darüber nachzudenken.

Einfach Bloom. Und Sky.

Verdammt, das klang beinahe zu einfach. Vielleicht gefiel es ihm gerade deshalb so gut.

Als Bloom schließlich den Kopf wieder hob und ihn mit diesem Blick ansah, wusste Sky allerdings sofort, dass die friedliche Stimmung ein vorläufiges Ende gefunden hatte.
Seine Augen verengten sich gespielt misstrauisch.

Und tatsächlich.

Das Frühstück. **„Oh, natürlich.“**

Sky nickte langsam, als hätte sie gerade einen äußerst wichtigen Punkt klargestellt.
**„Du hast niemals behauptet, ich müsste kochen.“**

Sein Tonfall war viel zu zustimmend.
**„Du möchtest lediglich jeden Morgen ein vernünftiges Frühstück, während wir irgendwo in einem kleinen Haus am Meer leben.“**

Er sah nach vorn und zog nachdenklich die Brauen zusammen.
**„Völlig andere Sache.“**

Eine kurze Pause. Dann wanderte sein Blick wieder zu ihr.

**„Ich nehme an, das Frühstück materialisiert sich einfach?“**

Das Grinsen ließ sich nicht mehr unterdrücken.
**„Oder gehört zu deinem perfekten Zukunftsplan zufällig irgendein Zauber, der Kaffee und Essen erscheinen lässt?“**

Sky hob eine Braue.
**„Denn falls ja, hätte ich gern gewusst, warum wir diese Fähigkeit bisher nicht wesentlich sinnvoller eingesetzt haben.“**

Allein die Vorstellung war absurd. Und gleichzeitig erschreckend schön.
Bloom mit zerzausten Haaren an irgendeinem Küchentisch. Er selbst vermutlich noch halb schlafend. Kaffee. Ein offenes Fenster. Das Meer irgendwo dahinter.

Keine Uniform. Kein Schwert.
Kein verdammtes Königreich, das etwas von ihnen wollte.

Vielleicht würde Bloom tatsächlich darauf bestehen, dass er Frühstück machte.
Vielleicht würde er es sogar lernen.

Wobei er diesen Teil unter keinen Umständen laut aussprechen würde.
Noch hatte er schließlich einen Ruf zu verlieren.

**„Aber gut.“**, erklärte er schließlich großzügig. **„Wir halten fest: Ich muss nicht kochen.“**

Sein Mundwinkel hob sich.
**„Wenn ich es trotzdem tue und wir beide daran sterben, möchte ich allerdings, dass auf meinem Grabstein steht, dass es deine Idee war.“**

Ihr Lachen brachte ihn selbst zum Lächeln.Dieses freie Lachen.
Sky mochte es.

Mehr, als er vermutlich erklären konnte. Er kannte so viele Versionen von Bloom.

Die sture. Die wütende. Die mutige. Die verzweifelte.
Diejenige, die sich in Gefahr stürzte, weil irgendwo jemand ihre Hilfe brauchte.

Diejenige, die behauptete, alles wäre in Ordnung, obwohl er längst sah, dass überhaupt nichts in Ordnung war.

Aber diese Bloom?

Die einfach neben ihm ging und darüber scherzte, wer irgendwann Frühstück machen würde?
Die bekam die Welt viel zu selten zu sehen.
Vielleicht wollte Sky sie deshalb ein bisschen länger für sich behalten.

Als sie mit den Landkarten anfing, blieb sein Gesicht zunächst vollkommen ernst.
**„Moment.“**

Er drehte den Kopf zu ihr.
**„Du willst also vernünftiges Frühstück, ein Haus am Meer und erwartest jetzt auch noch, dass ich für die Navigation verantwortlich bin?“**

Empörung lag in seiner Stimme. Sehr überzeugende Empörung, wie er fand.

**„Bloom, ich habe langsam das Gefühl, dass die Aufgabenverteilung in dieser Beziehung ausgesprochen unfair ist.“**

Ihre Finger glitten über seinen Handrücken.Sky sah kurz hinunter.

Dann wieder zu ihr. **„Und deine Unterstützung besteht darin, Tee zu trinken?“**

Er schnaubte leise. **„Beeindruckend.“** Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.
**„Wirklich aufopferungsvoll.“**

Er zog ihre miteinander verschränkten Hände leicht zu sich.
**„Aber nur damit wir das geklärt haben: Wenn wir uns verlaufen, verlaufen *wir* uns.“**

Seine Augen funkelten belustigt.
**„Du wirst nicht irgendwo gemütlich mit deinem Tee sitzen und behaupten, ich hätte uns falsch geführt.“**

Eine Pause.

**„Zumindest nicht, bevor ich selbst einen Kaffee bekommen habe.“**
Danach wurde es wieder still. Und Sky stellte fest, dass er diese Stille mochte.

Normalerweise war Stille etwas, das gefüllt werden musste.Mit Entscheidungen.

Strategien.Fragen. Irgendetwas verlangte immer Aufmerksamkeit.

Hier nicht. Der Weg lag vor ihnen, ohne ihnen zu verraten, wohin er führte.
Früher hätte Sky das vermutlich gestört.

Er war ausgebildet worden, Pläne zu haben. Einen Gegner einzuschätzen. Risiken zu erkennen, bevor sie gefährlich wurden.

Ein Spezialist lief nicht einfach blind irgendwohin. Ein Prinz vermutlich noch weniger. Doch gerade hatte Sky überhaupt kein Problem damit.

Vielleicht weil Blooms Hand in seiner lag.
Vielleicht weil er langsam verstand, dass nicht jede Ungewissheit eine Bedrohung war.

Manche war einfach... Möglichkeit. Dann verlangsamte Bloom ihre Schritte.

Sky bemerkte es sofort.Nicht nur ihre Bewegung veränderte sich.
Ihre Stimme ebenfalls.

Der spielerische Ton verschwand. Er drehte den Kopf zu ihr und das Grinsen auf seinen Lippen verblasste.

*Dann möchte ich, dass du mir versprichst, dass ich dir auch sagen darf, wenn ich Angst habe.*

Sky blieb stehen. Nicht abrupt.

Nur so, dass ihre nächsten Schritte langsam versiegten und sie schließlich mitten auf diesem unbekannten Weg standen.

Seine Hand blieb in ihrer.Er sagte zunächst nichts.
Weil er nicht wollte, dass irgendeine schnelle Antwort die Bedeutung ihrer Worte kleiner machte.

Bloom hatte Angst.Natürlich wusste er das. Er hatte sie oft genug gesehen.

Hatte gesehen, wie ihre Augen für Sekunden verrieten, was sie kurz darauf mit Entschlossenheit überspielte. Doch meistens sprach sie erst darüber, wenn der schlimmste Moment vorbei war.

Wenn sie ihre Angst bereits sortiert hatte. Wenn sie wieder wusste, was zu tun war. Wenn sie wieder *Bloom* sein konnte, wie alle anderen sie brauchten.

Stark. Entschlossen. Unerschütterlich.

Sky drehte sich vollständig zu ihr. **„Bloom.“**

Seine Stimme war ruhig. Kein Scherz diesmal.
Er hob ihre verschränkten Hände etwas an, während seine andere Hand langsam ihren Oberarm entlangstrich, bis seine Finger schließlich an ihrer Wange lagen.

Sein Daumen bewegte sich sanft über ihre Haut. **„Du musst mich nicht darum bitten.“**

Sein Blick blieb fest auf ihrem. **„Du darfst Angst haben.“**

Ein kleiner Atemzug. **„Du darfst mir sagen, dass du Angst hast, bevor du weißt, wie du sie besiegst.“**

Etwas Weiches trat in seinen Ausdruck.
**„Du darfst sogar Angst haben, ohne sie überhaupt zu besiegen.“**

Vielleicht war genau das der Teil, den sie am schwersten glauben würde.
Sky kannte dieses Gefühl selbst gut genug.

Die Vorstellung, dass Schwäche etwas war, das man möglichst schnell überwinden musste. Ein Prinz hatte keine Angst. Ein Spezialist zögerte nicht.

Ein Anführer wusste, was zu tun war. Was für ein Unsinn.
Natürlich hatte er Angst gehabt. Mehr als einmal.

Um seine Freunde. Um sein Königreich. Um sie. Vor allem um sie.

**„Ich will nicht nur die Version von dir, die schon wieder eine Antwort gefunden hat.“**

Seine Stimme wurde leiser.
**„Oder die Bloom, die gerade stark genug ist, um alle anderen zu retten.“**

Sein Daumen hielt für einen Moment an ihrer Wange inne. **„Ich will dich.“**

So einfach. Sein Herz schlug trotzdem etwas schneller.

**„Auch wenn du keine Ahnung hast, was du tun sollst.“** Eine kurze Pause.

**„Auch wenn du Angst hast.“**
Sein Mundwinkel hob sich ein wenig. **„Auch wenn du morgens vor dem ersten Kaffee vermutlich unausstehlich bist.“**

Da war es wieder. Dieses kleine Grinsen.
Gerade genug, damit die Schwere zwischen ihnen nicht erdrückend wurde.

Doch seine Augen blieben ernst.
**„Du musst bei mir nicht erst wieder stark werden, Bloom.“**

Er senkte seine Stirn langsam gegen ihre. **„Das verspreche ich dir.“**

Für einen Moment schloss Sky die Augen. Ihre Nähe war vertraut. Warm.

Und dann kam ihr Versprechen. Dass sie nicht automatisch davonlaufen würde, wenn es schwierig wurde.

*Zumindest meistens.*

Sky öffnete die Augen wieder. Langsam. Seine Braue wanderte nach oben.

**„Meistens?“**

Ungläubigkeit. **„Das ist dein großes Versprechen?“**

Jetzt grinste er. **„Ich öffne dir gerade mein Herz und bekomme *meistens*?“**

Er schüttelte den Kopf. **„Unglaublich.“**

Doch seine Finger verschränkten sich nur noch fester mit ihren. **„Aber gut.“**

Er neigte den Kopf etwas. **„Ich nehme meistens.“**

Ein kurzes Lachen entwich ihm. **„Unter einer Bedingung.“**
Sein Blick wurde herausfordernd.
**„Wenn du einen deiner dramatischen Auftritte hinlegst und davonstürmst, darf ich dir folgen.“**

Seine Brauen hoben sich. **„Und du darfst dich nicht darüber beschweren.“**

Eine Sekunde. **„Na gut. Du darfst dich beschweren.“**

Er kannte sie schließlich. **„Aber ich werde trotzdem mitkommen.“**
Das war vermutlich das Einzige, was er ihr nicht versprechen konnte.

Dass er sie einfach gehen lassen würde.Nicht, wenn sie ging, weil sie Zeit brauchte.

Das würde er respektieren.Nicht, wenn sie wirklich allein sein wollte.
Aber wenn sie davonlief, weil sie glaubte, alles allein tragen zu müssen?

Nein.

Damit würde sie sich abfinden müssen.
**„Und falls *ich* irgendwann auf die brillante Idee komme, dass ich irgendetwas allein regeln muss, nur weil ich Prinz, Spezialist oder irgendeinen anderen bedeutungsschweren Titel habe...“**

Sky verzog leicht den Mund.
**„...darfst du mich ebenfalls daran erinnern.“**

Sein Blick wurde ruhiger. **„Nur wir.“**

Wieder diese zwei Worte. Diesmal klangen sie anders. Nicht mehr wie eine Vorstellung.

Eher wie eine Vereinbarung. Sky ließ seine Hand von ihrer Wange gleiten und verschränkte seine Finger wieder vollständig mit ihren.

Dann setzte er sich langsam wieder in Bewegung.Nicht weil der Moment vorbei war. Sondern weil er nicht vorbei sein musste, nur weil sie weitergingen.

Nach wenigen Schritten warf er Bloom einen Seitenblick zu.
**„Übrigens.“**

Ein gefährlich unschuldiger Tonfall.
**„Ich habe gerade über unsere Aufgabenverteilung nachgedacht.“**

Seine Lippen zuckten.
**„Wenn ich Karten lesen und mich ums Frühstück kümmern soll, bist du für sämtliche Spinnen im Haus zuständig.“**

Vollkommen ernst sah er nach vorn.
**„Nicht verhandelbar.“**

Eine weitere Sekunde verging.
**„Und bevor du irgendetwas sagst: Feuer ist bei Spinnen ausdrücklich erlaubt.“**

Jetzt konnte er das Grinsen nicht länger unterdrücken. Vielleicht war das Zukunft.
Nicht zu wissen, wo sie morgen waren. Nicht zu wissen, welche Kämpfe noch auf sie warteten.

Nicht einmal zu wissen, ob dieses kleine Haus am Meer jemals existieren würde.
Aber ihre Hand lag in seiner. Bloom durfte Angst haben.

Er durfte Angst haben. Und keiner von ihnen musste daraus sofort Stärke machen. Sie konnten einfach weitergehen.

Sky drückte ihre Hand sanft. Die Zukunft lag irgendwo vor ihnen.
Zum ersten Mal musste er nicht wissen, wohin sie führte.

Solange Bloom neben ihm ging, war er bereit herauszufinden, was hinter der nächsten Biegung auf sie wartete.
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