am 09.09.2021
Bloom blieb stehen, als Sky ihre Stirn gegen seine legte, und für einen Moment sagte er nichts. Ihre Hand lag an seiner Wange, ihre Finger mit seinen verschränkt, und obwohl sie gerade von Feuer, von „zu viel“ und all den Dingen gesprochen hatte, die sie früher an sich selbst ändern wollte, fühlte sich dieser Augenblick erstaunlich ruhig an. Vielleicht lag es daran, dass sie aufgehört hatte, sich vor ihm zu erklären. Sie stand einfach da — Bloom, ohne Maske, ohne Ausreden, ohne den Versuch, sich kleiner zu machen. Sky hob seine freie Hand, legte sie über ihre und strich mit dem Daumen über ihre Finger. „Dann bleibe ich.“ Keine große Erklärung, kein dramatisches Versprechen. Nur diese drei Worte, direkt in ihre Augen gesprochen. „Auch wenn du zu viel bist. Auch wenn du wieder irgendetwas anzündest, das absolut nicht brennen sollte. Auch wenn du mitten in der Nacht die Welt retten willst.“ Seine Stimme wurde weicher. „Und auch dann, wenn du selbst nicht weißt, was du brauchst.“
Er ließ ihre Hand langsam von seiner Wange sinken, hielt sie aber fest. „Ich will nicht, dass du kleiner wirst, Bloom.“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Nicht vorsichtiger, nicht ruhiger, nicht einfacher — nur damit ich mich wohler fühle.“ Ein leises Lachen entwich ihm. „Ganz ehrlich? Ich würde dich nach drei Tagen vermissen.“ Dann hob er ihre Hand und drückte einen sanften Kuss auf ihre Fingerknöchel. „Und ich liebe dich genau deshalb.“ Er wusste, dass sie beide noch viel mit sich herumtrugen, dass die Welt nicht einfach verschwand, nur weil sie beschlossen hatten, für einen Moment nicht nach ihr zu sehen. Aber diesmal würde sie nicht allein damit sein. „Du musst übrigens nicht immer mutig sein.“ fügte er leiser hinzu. „Du darfst auch einfach mal sagen, dass du Angst hast. Ich werde dich dafür höchstens ein bisschen ärgern.“ Er zog sie näher, bis kaum noch Abstand blieb. „Aber ich gehe nicht.“
Als Bloom wieder losging, blieb Sky kurz stehen, sah ihr nach und folgte ihr dann. Nach wenigen Schritten schob er seine Finger wieder zwischen ihre, ihre Schulter berührte seine, und plötzlich war alles erstaunlich leicht. Kein Palast, keine Titel, keine Dragon Flame, keine Erwartungen — nur sie, nur er. „Nur Bloom und Sky.“ sagte er mit einem schiefen Grinsen. „Wir brauchen dafür einen Ort. Irgendwo, wo uns niemand kennt. Keine Feinde, keine Portale, keine Aufgabenlisten.“ Er sah zu ihr. „Wir gehen einfach. Ohne zu wissen, wohin.“ Seine Finger schlossen sich fester um ihre. „Und wenn wir uns verlaufen, dann verlaufen wir uns zusammen.“ Er ging weiter, ohne Eile, und zum ersten Mal fühlte es sich nicht wie Flucht an — sondern wie Freiheit. „Und falls die Welt uns irgendwann findet,“ murmelte er, „kann sie höflich anklopfen. Aber ich mache nicht auf, wenn gerade Frühstück ist.“
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