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Ein flüchtiger Moment - Druckversion

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Ein flüchtiger Moment - Lunara Evans - 14.07.2025

Es war einer jener Tage gewesen, an denen die Minuten sich wie Stunden zogen. Lunara hatte die endlosen Erklärungen ihrer Lehrmeister über magische Konvergenzen hinter sich gebracht, ihre Gedanken kreisten immer noch um komplizierte Formeln, obwohl sie sich endlich außerhalb der Unterrichtsräume befand. Der steinerne Gang war kühl, die Luft angenehm ruhig – ein Moment, den sie sich redlich verdient hatte.

Doch ihre Gedanken waren der Umgebung vorausgeeilt, und so bemerkte sie zu spät, wie jemand um die Ecke kam. Es war ein Zusammenstoß, kein heftiger, aber dennoch genug, um Lunara innezuhalten. Ihr Blick fiel sofort auf den Fremden: einer der Schüler von der Spezialistenschule. Ausgerechnet. Sie wich rasch zurück, die Wangen flammten rosa auf.

„Oh… äh… es tut mir leid!“ murmelte sie, die Worte stolperten aus ihrem Mund wie junge Hasen im Frühling. Ihre Stimme klang ungewöhnlich hoch, fast so, als hätte sich die Peinlichkeit in ihre Stimmbänder geschlichen. Sie wich noch einen Schritt zurück, hielt ihre Hände dicht an sich, als könnte sie so die Situation ungeschehen machen.

Sie wagte einen weiteren Blick, kurz und unsicher, und als ihre Augen seine trafen, wollte sie sich am liebsten hinter einem Busch verstecken – dumm nur, dass der Gang leer und offen war. Warum hatte sie nicht besser aufgepasst? Warum musste es ausgerechnet heute passieren, wo sie sich ohnehin schon wie ein aufgewirbelter Zaubertrank fühlte?

Lunara konnte nicht sagen, ob er sie seltsam ansah oder einfach überrascht war, aber sie neigte leicht den Kopf und sprach ein zweites, leiseres „Entschuldigung…“ – diesmal kaum hörbar. Dann ging sie rasch weiter, ihre Schritte schneller als gewöhnlich, als wollte sie der Szene davonlaufen. Und obwohl sie versuchte, sich wieder in die Ruhe des Tages zu versenken, blieb ihr Herz noch einige Zeit lang leicht klopfend.


RE: Ein flüchtiger Moment - Lean - 04.08.2025

Den heutigen Tag hatte Lean mit Training verbracht. Man konnte sagen, dass er Fortschritte machte, doch manchmal fiel es ihm noch schwer, da es nicht erlaubt war Musik zu hören, obwohl er im Kampf dennoch alles mitbekam. Zusätzlich erschwerte es die Tatsache, dass er an Panikattacken litt und oftmals in aller Früh welche hatte oder während des Unterrichts kurz vor einer stand. Allerdings hieß dass nicht, dass er unfähig war, er konnte Schmerzen ertragen, wo andere schrien oder die sie auf die Knie zwangen.

Gerade lief er einen Weg entlang, weil er etwas vergessen hatte, als plötzlich eine Person gegen ihn prallte. Zum Glück nicht so, dass es ihn von den Füßen riss oder sich jemand verletzte. Als er aufsah, erkannte er sie ebenfalls: Lunara. Keine normale Fee, sie verfügte über Sternenmagie. Ziemlich faszinierend, obwohl es für ihn ein ewiges Rätsel blieb.

Ihre Entschuldigung erfolgte prompt, was irgendwie niedlich war. Nur ihre Stimme klang selbst für ein Mädchen wie sie eine Oktave zu hoch. Ihm fiel auf, wie sie weiter zurück wich, während er ihre Haltung studierte. Hatte sie Angst? Wusste sie, dass er sich mit anderen Feen vergnügte, obwohl er nicht gerade stolz darauf war? Falls ihm der Ruf seines Vaters vorauseilte oder die Spezialisten etwas in die Richtung erwähnt hatten, würde sich auch hier sein Aufenthalt nicht unbedingt angenehm gestalten.

Dann sah sie ein zweites Mal hoch, kurz, unsicher und nachdem sie seinen Blick begegnete, als wollte sie am liebsten in einem schwarzen Loch versinken. Zwar tat sich dieses natürlich nicht auf, dennoch konnte er es nur zu gut nachvollziehen. Vermutlich war sie in Gedanken gewesen, nicht weiter schlimm, wenn man ihn fragte.

Eine weitere Entschuldigung entschlüpfte ihren Lippen, die gar nicht nötig gewesen wäre. Exakt als er den Mund aufmachen wollte, entfernte sie sich beschleunigten Schrittes. Kopfschüttelnd lief er nach draußen, bog in einen versteckten Pfad ein und startete die Musik, ehe er im Takt zu tanzen anfing, um das Bild von Lunara aus seinem Gedächtnis zu verbannen, in der festen Annahme an diesem Ort vollkommen unbeobachtet zu sein.


RE: Ein flüchtiger Moment - Lunara Evans - 06.08.2025

Lunara spürte das unerwartete Bimmeln in ihrem Gleichgewicht, als sie mit jemandem zusammenstieß. Sie taumelte einen Schritt zurück, fing sich gerade noch, während ihr Herz gegen ihre Rippen hämmerte.

Oh nein, bitte lass es nicht schlimm sein, dachte sie, während ihre Flügel kurz vor Unruhe zitterten.

Mit zitternder Stimme stieß sie eine Entschuldigung aus, die viel zu hoch klang für ihr feenhaftes Ich.

„Oh! Verzeih mir, ich… ich habe nicht aufgepasst,“ flüsterte sie, während sie hastig eine Hand vor ihren Mund schlug.

Ihr Blick huschte zu dem Mann vor ihr, doch sie wagte kaum, seine Augen zu treffen. Jeder Muskel in ihrem Körper zog sich zusammen, als wolle er sie davon abhalten, noch einen weiteren falschen Ton von sich zu geben.

Warum klingt meine Stimme bloß wie eine Kreischflöte? fragte sie sich, während ihr Gesicht heiß wurde.

Sie wich einen weiteren Schritt zurück, ließ die Kräuter, die sie gerade noch gepflückt hatte, in ihrer Tasche rascheln. Die Erinnerung an ihre Mission – Heiltränke sammeln – verblasste im Angesicht der plötzlichen Begegnung.

„Tut mir sehr leid, ich war… in Gedanken,“ brachte sie kaum hörbar hervor und senkte den Blick erneut, spürte, wie sich ein Kloß in ihrem Hals bildete.

Ein leiser Windhauch strich über die Lichtung, als hätte er Mitleid mit ihrer Verlegenheit. Lunara hob eine Hand und strich sich eine widerspenstige Locke aus dem Gesicht. Winzige Lichtpunkte tanzten um ihre Fingerspitzen, funkelten wie entfernte Sterne.

Beruhige dich, Lunara. Atme… ermahnte sie sich.

Sie holte tief Luft und versuchte, das Zittern aus ihren Flügeln zu vertreiben. Ihre Sternenmagie pulsierte sanft in ihrer Brust, wärmte sie inmitten der Unruhe.

„Ich… danke dir für deine Geduld,“ flüsterte sie, obwohl es wahrlich keine Geduld von ihm verlangt hatte. Ihr Lächeln war schüchtern, doch echt.

Dann beugte sie sich leicht vor, ein letzter Hauch von Höflichkeit in ihrer Geste, und wandte sich um. Jeder Schritt weg von der Lichtung fühlte sich an wie eine Flucht – zugleich Scham und Erleichterung.

Ich hoffe, ich habe ihn nicht allzu sehr belästigt, dachte Lunara, während sie zwischen den Bäumen verschwand und ihre Flügel sich leise schlossen. In ihrem Inneren pochte noch immer das sanfte Kribbeln der Sternenmagie, das sie daran erinnerte, dass sie sich sammeln musste, bevor ihre Angst sie erneut überwältigte.


RE: Ein flüchtiger Moment - Lean - 09.09.2025

Manchmal hatte das Training auch etwas Gutes, zum Beispiel, wenn jemand direkt gegen ein prallte. Als sie taumelte, wollte er sie instinktiv auffangen, bevor sie sich verletzte, aber scheinbar benötigte sie seine Hilfe nicht.

Um ehrlich zu sein war es überhaupt nicht schlimm. Überraschenderweise war der junge Spezialist weder wütend nach genervt, es lenkte ihn sogar ein bisschen von seinen Problemen ab.

Die Entschuldigung, welche ihren Mund verließ, klang für eine zarte Fee wie sie definitiv einen Tick zu hoch, zu schrill.

Abgelenkt, in Gedanken, ganz egal, es war jedenfalls ziemlich offensichtlich. Sie wirkte so unbedarft, wie sie sich die Hand vor den Mund schlug, als wäre ihr die Situation mehr als unangenehm.

Ganz kurz war ihm, als versuchte sie seinen Blick zu finden, bloß traute sie sich nicht recht. Vielleicht aus Angst alles zu vermasseln und keinen guten ersten Eindruck hinterlassen zu haben.

Wenn sie wüsste, dass er die Röte, die ihre Wangen überzog, tatsächlich charmant fand.

Die junge Fee brachte mehr Abstand zwischen sie. Lean glaubte etwas rascheln zu hören, hakte allerdings nicht nach. Sie war schon nervös genug. Seine ursprünglichen Ideen hatte sie ein wenig über den Haufen geworfen.

Für ihn bedurfte es überhaupt keiner Entschuldigung. Das hatte er sich gedacht, außerdem hätte er ebenfalls besser auf seine Umgebung achten können. Er hätte es verstanden, hätte sie ihm eine Predigt gehalten, doch sie reagierte vollkommen anders.

Gerne hätte er sie beruhigt, das Zittern in ihren Flügen beseitigt, nur wusste er nicht wie, besonders, weil sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich und wegen dem, was sie in ihm auslöste. Sein Kopf war wie leergefegt.

Dafür sah er ihre Magie. Wunderschön und bezaubernd zugleich...

Aufmerksam beobachtete er, wie sie Luft holte und bemühte sich gleichzeitig nicht zu starren, damit sie kein falsches Bild bekam. In ihm floss keine Magie, wurde es nie tun und erst recht nicht so eine besondere.

"Ist nichts passiert, oder?", murmelte er jetzt doch und deutete ein feines, schwaches Lächeln an.

Ehe er sich überlegen konnte, wie er ein Mädchen wie sie zum bleiben brachte, war sie fort. Schnell weg von ihm. Dabei hatte sie ihn nicht gestört, sie hatte etwas anderes getan. Etwas, was er nicht einordnen konnte, sich aber gut anfühlte.

Zuerst wollte der Dunkelhaarige erneut tanzen, aber er erkannte, dass es keinen Zweck hatte. Seufzend fuhr er sich durch die Haare, stellte die Musik aus und entfernte seine Kopfhörer. "Bitte warte! Wenn du nichts dagegen hast, könnte ich dir Gesellschaft leisten. Ich heiße übrigens Lean.", rief er, indem Versuch Lunara noch abzufangen.


RE: Ein flüchtiger Moment - Lunara Evans - 12.09.2025

Lunara hatte sich kaum getraut, sich umzudrehen, als sie seinen Ruf hörte. Ihre Flügel zuckten leicht, als wollten sie widersprechen, doch ihr Herz schlug schneller, nicht aus Angst, sondern aus etwas, das sie nicht benennen konnte.

Er hat mich gesehen. Nicht nur die Fee, die stolpert. Sondern mich. Und er ist nicht weggelaufen.

Langsam drehte sie sich um, die Fingerspitzen noch immer an der Stelle, wo sie sich eben das Haar aus dem Gesicht gestrichen hatte. Ihre Wangen glühten, und sie wusste, dass es nicht nur vom Training kam.

„Ich… ich bin Lunara.“

Die Worte klangen leiser, als sie wollte, aber sie waren ehrlich. Keine Maske, kein Glanz. Nur sie.

Sie trat einen kleinen Schritt zurück, nicht aus Flucht, sondern um Platz zu schaffen. Für ihn. Für das, was gerade entstand.

Er hat mich nicht ausgelacht. Nicht weggesehen. Und jetzt will er bleiben. Warum fühlt sich das so… ungewohnt schön an?

Lunara ließ den Blick kurz über seine Gesichtszüge gleiten, versuchte nicht zu lange zu verweilen, doch ihre Augen blieben an seinem Lächeln hängen.

„Es ist wirklich nichts passiert. Nur mein Stolz hat kurz gezuckt.“

Ein zaghaftes Lächeln huschte über ihre Lippen, das erste, das nicht aus Unsicherheit geboren war.

Er hat keine Magie. Aber er hat etwas anderes. Etwas, das mich berührt. Und das ist vielleicht viel seltener.

Sie spürte, wie sich die Magie in ihr beruhigte, wie sie sich nicht mehr verstecken wollte.

„Du darfst mir Gesellschaft leisten. Wenn du willst. Ich… ich wäre froh darüber.“

Ihre Stimme war fester jetzt, nicht laut, aber klar.

Langsam trat sie wieder näher, ihre Flügel bewegten sich kaum, als wollten sie den Moment nicht stören.

Ich habe mich oft gefragt, ob jemand mich sieht, wenn ich nicht leuchte. Und jetzt weiß ich: Ja. Er tut es.

Lunara ließ den Blick über den Trainingsplatz schweifen, dann wieder zu ihm.

„Ich bin nicht besonders gut in solchen Begegnungen. Ich kann mit Pflanzen sprechen, mit Licht tanzen… aber mit Menschen?“

Sie lachte leise, fast wie ein Windhauch, der durch Blätter streicht.

Aber vielleicht muss ich gar nicht perfekt sein. Vielleicht reicht es, wenn ich einfach nur da bin. Und er auch.

Und während die Sonne sich langsam durch die Wolken schob, wusste Lunara: Dieser Moment war kein Zufall. Er war ein Anfang. Und sie war bereit, ihn zuzulassen.


RE: Ein flüchtiger Moment - Lean - 22.10.2025

Es war ein ziemlich verzweifelter Versuch, dass sie es sich anders überlegte und nicht direkt aus dem Staub machte. Der Brünette hatte keine Ahnung, ob sie sich überhaupt mit ihm auseinandersetzen wollte. Bei jedem Schritt, der den Abstand verkleinerte, fühlte er sein Herz heftig pochen.

Warte auf mich. Es darf nicht enden, bevor es richtig begonnen hat. Bevor ich die Antwort habe, weshalb ich dir wie ein Idiot hinterher renne und dich schon jetzt kaum aus dem Kopf kriege.

Kaum drehte sie sich um, entwich die angehaltene Luft aus ihm. Anschließend bildete sich ein schiefes Lächeln auf seinem Gesicht. Die Fee wirkte, als hätte sie verharrt und gehofft, dass er nicht abhaute. Wahrscheinlich spielte sein Gehirn ihm einen Streich. Hinzu kam, das sie mit etwas Farbe auf den Wangen hinreißend aussah.

"Weiß ich, freut mich sehr, dass ich dich kennenlerne."

Prompt streckte er seine Hand aus, außer zur Begrüßung als Einladung sich ihr ebenfalls zu offenbaren, was er normalerweise tunlichst vermied.

Dann trat sie etwas von ihm weg, während er auf seiner Position stehen blieb. Eventuell gab es ihnen die Chance die Situation einzuordnen.

Ist es möglich, dass sie meine Narben sieht? Will sie mich trotzdem um sich haben? Meistens benutze ich Mädchen zum Spaß, aber von ihr brauche ich mehr innere Ruhe.

Ihm entging nicht, wie sein Lächeln die Fee vielleicht ein wenig verzauberte. Lean ließ es zu, fing dieses Gefühl irgendwie ein.

"Ach, ich hätte auch besser aufpassen können. Ich war nicht ganz bei mir. Falls es dich beruhigen sollte, ich fand es sehr charmant."

Wieder sah er sie lächeln, frei von Zweifeln oder Angst.

Eigentlich würde ich lässig abwinken, meine Verlegenheit verbergen, doch ihr gegenüber fühlt es sich falsch an.

Fast schien es, als würde sie in seiner Gegenwart ebenfalls einmal zur Ruhe kommen.

"Würde ich nicht wollen, hätte ich weitergemacht, wo ich aufgehört habe. Ich bleibe gern, ich möchte mich nämlich nicht länger verloren fühlen. Leer."

Anscheinend wurde sie langsam selbstbewusster, eine Wendung, die dem jungen Spezialisten gefiel.

Wegen des Geständnisses schaute er ein paar Herzschläge lang nach oben, bis er sich soweit in der Gewalt hatte, dass er sie erneut fixierte, obwohl seine Augen leicht glasig blieben.

Ob ich je gut genug sein kann? Bin ich zu kompliziert? Lassen wir Lunara darüber urteilen.

Sie machte nichts weiter als auf ihn zuzugehen, dennoch fühlten sich seine Beine an wie in Wackelpudding verwandelt.

"Ist ganz einfach, vorausgesetzt du findest den richtigen Partner. Man muss die Musik spüren, um seine eigenen Gefühle zu transportieren. Möchtest du, dass ich es vormache?"

Ihr Lachen hallte in ihm nach, sorgte für eine Gänsehaut, streichelte gleichzeitig seine geschundene Seele.

Bei ihr bin ich möglicherweise genug, weniger fehl am Platz. Zumindest wenn sie mich neben sich verweilen lässt.

Was, wenn es so sein sollte, dass sie in ihn hineinrannte? Um seinem Leben eine neue Richtung zu geben und ihm zu lehren, sich nicht zu entfernen, sofern einem wirklich etwas etwas bedeutete.


RE: Ein flüchtiger Moment - Lunara Evans - 14.11.2025

Lunara blieb stehen, die Schritte, die sie eben noch von ihm weggeführt hatten, verharrten in der Stille. Er rennt mir nach, nicht aus Jagd, sondern aus Sehnsucht. Ich spüre es in der Art, wie seine Stimme bricht, wie seine Augen glasig werden. Er will nicht nur spielen, nicht nur fliehen. Er will bleiben. Aber kann ich ihm glauben? Kann ich mich öffnen, ohne wieder verletzt zu werden?

Sie sah seine ausgestreckte Hand, zögerte einen Augenblick, bevor sie ihre eigene hob. Nicht sofort, nicht hastig, sondern mit der Ruhe einer Fee, die weiß, dass jede Berührung eine Entscheidung ist. „Lean,“ sagte sie leise, „du sprichst von Leere. Aber ich sehe keine Leere in dir. Ich sehe einen Menschen, der versucht, mehr zu sein, als seine Narben ihm erlauben.“

Ihre Finger berührten seine, sanft, fast flüchtig, und doch genug, um die Verbindung spürbar zu machen. Er denkt, ich könnte ihn verzaubern. Doch was, wenn er es ist, der mich verzaubert? Sein Lächeln, schief und unsicher, wirkt ehrlicher als jedes perfekte Gesicht. Vielleicht ist das die Art von Wahrheit, die ich brauche: ungeschönt, aber echt.

Sie trat näher, ließ den Abstand schmelzen, bis sie seine Wärme spüren konnte. „Du fragst, ob du gut genug bist,“ fuhr sie fort, „doch das ist keine Frage, die ich beantworten kann. Es ist eine, die du dir selbst stellen musst. Ich kann dir nur zeigen, dass ich dich sehe. Nicht als Jäger, nicht als Spieler. Sondern als jemanden, der den Mut hat, zu bleiben.“

Ein leises Lachen entwich ihr, nicht spöttisch, sondern weich, wie ein Windhauch, der Blätter bewegt. Er will Musik spüren, Gefühle transportieren. Vielleicht ist das unser Tanz: kein Schritt auf einem Parkett, sondern ein Schritt in die Nähe, die wir beide fürchten und doch suchen.

„Wenn du willst, dass ich es vormache,“ sagte sie schließlich, „dann tanze ich mit dir. Nicht, um dir zu beweisen, dass ich es kann, sondern um dir zu zeigen, dass wir beide fühlen dürfen. Dass wir beide lernen können, nicht verloren zu sein.“

Ihre Augen hielten die seinen fest, ohne Flucht, ohne Maske. Vielleicht ist das der Anfang. Vielleicht ist es nur ein Moment. Aber wenn er wagt, zu bleiben, und ich wage, ihn zu lassen, dann könnte es mehr sein als ein flüchtiger Zauber. Dann könnte es ein Lied werden, das wir beide hören — und vielleicht sogar gemeinsam singen.

So hob sie ihre Hand, nicht mehr zögerlich, sondern klar, und wartete, ob er den Mut hatte, sie zu ergreifen.


RE: Ein flüchtiger Moment - Lean - 26.11.2025

Ausnahmsweise hatte er Glück, die Fee hielt an, floh nicht länger vor ihm. Was nun? Da renne ich ihr wie ein Depp nach, aus einer Ahnung heraus, die ich schlecht beschreiben kann. Sie muss mich für einen Schwächling halten, so wie meine Stimme wackelt oder meine Augen glasig werden. Ich weiß nicht, ob das funktioniert oder ich mich über den Rand der Klippe befördere.

Natürlich spürte er ihr Zögern, bis sie ihre Hand ebenfalls hob, bedacht, nicht hektisch, als würde sie eine Entscheidung fällen. Lunara sprach seinen Namen weich aus. Fast konnte er sich vorstellen der Einzige in Alfea zu sein. "Manche würden behaupten, dass ich abgestumpft bin. Aber du hast Recht, meine Narben erschweren es, sie reißen immer wieder auf.", zuckte er die Schultern.

Ihre zierlichen Finger berührten seine vom unermüdlichen Training eher rauen und es reichte, damit der Funke übersprang. Sie ist vollkommen, unschuldig, ich bin das Gegenteil. Was kann sie bloß an meinem schiefen, unsicheren Lächeln finden? Ich bin nicht perfekte, werde es nie sein. Wie soll ich ihr geben, was sie verdient?

Sie war diejenige, die den Abstand zwischen ihnen verkleinerte, wodurch er ihren Atem zu spüren meinte. "Tue ich wohl, wie es aussieht.", nuschelte Lean kleinlaut. "Häufig denke ich nie genug sein zu können, aber ich glaube, wenn du mich siehst, genügt mir das. Es ist mehr, als ich erwartet hätte. Du bist mehr als eine Eroberung und ich möchte wirklich gern bleiben."

Ihr Lachen klang jung, fröhlich und brachte die Härchen auf seiner Haut dazu sich aufzurichten. Mit Musik, mit Tanz oder Kunst werden Gefühle sichtbar. Doch sie trägt mich durch den Beat. Nähe ist zerbrechlich, dennoch brauchen wir sie, um zu existieren.

"Nur wenn du möchtest, schätze es war ein ziemlicher spontaner Vorschlag von mir", ließ er sie wissen, "aber es würde mir viel bedeuten. Nicht um uns zu beweisen, sondern weil ich glaube, dass es uns einander näher bringt."

Der Spezialist blinzelte, verhakte sich in ihren sanften Augen. Hat das Versteckspiel hier etwa ein Ende gefunden? Wenn ich mich überwinde zu bleiben und sie es zulässt, könnte sich etwas Großartiges ergeben. Eine Melodie, die unsere Herzen formt und den anderen verborgen bleibt.

Nochmal schaute er auf ihre Hand, welche sie ihm ohne Zögern bot, nickte zu sich selbst und legte seine eigene behutsam in ihre.


RE: Ein flüchtiger Moment - Lunara Evans - 08.12.2025

Lunara spürte, wie seine Hand die ihre fand, rau von Training, doch vorsichtig, beinahe ehrfürchtig. Der Funke, der übersprang, war nicht laut oder grell, sondern still – wie eine Melodie, die nur sie beide hören konnten.

Er glaubt, er sei nicht genug. Dass seine Narben ihn abstumpfen, dass sein Lächeln schief ist. Aber ich sehe mehr. Ich sehe den Jungen, der trotz allem bleibt, der sich öffnet, auch wenn es ihn Überwindung kostet. Und genau das macht ihn genug. Für mich. Für uns.

Als er ihren Namen hörte, weich ausgesprochen, sah sie, wie seine Schultern sich senkten, wie er ein Stück seiner Last losließ. Sie trat näher, ließ den Abstand verschwinden, bis sie seinen Atem spüren konnte. Es war kein Schritt aus Pflicht, sondern aus Entscheidung.

„Lean,“ sagte sie leise, ihre Stimme wie ein Versprechen, „ich sehe dich. Nicht den Kämpfer, nicht den Spezialisten. Dich. Und das reicht.“

Sein Geständnis, dass er bleiben wollte, dass sie mehr war als eine Eroberung, ließ ihre Brust warm werden. Sie lachte, jung und frei, und spürte, wie ihr eigenes Herz im Rhythmus seiner Worte schlug. Nähe war zerbrechlich, ja – aber sie war auch notwendig.

Er denkt, er könnte über den Rand der Klippe stürzen. Doch er weiß nicht, dass ich ihn halte. Dass ich ihn auffange, wenn er fällt. Denn wir beide tragen Narben, und vielleicht ist das der Grund, warum wir uns verstehen.

Sie legte ihre Hand fester in seine, ohne Zögern, und sah ihn direkt an. „Wenn du bleibst, dann nicht, um mir etwas zu beweisen,“ flüsterte sie, „sondern weil du willst. Und das genügt.“

Ihre Flügel zitterten leicht, als ob sie den Rhythmus ihrer Verbindung spürten. „Vielleicht ist es spontan,“ fügte sie hinzu, ein kleines Lächeln auf den Lippen, „aber manchmal sind die spontanen Schritte die richtigen. Die, die uns näher bringen.“

Sie hielt seinen Blick, ließ ihn sehen, dass sie nicht floh, nicht diesmal. „Das Versteckspiel ist vorbei,“ sagte sie schließlich, ihre Stimme fest, aber sanft. „Ich will, dass du bleibst. Mit mir. Damit wir unsere eigene Melodie schreiben.“

Er hat meine Hand genommen. Behutsam, aber entschieden. Und ich weiß: Das ist der Anfang. Nicht eines Spiels, nicht einer Eroberung, sondern von etwas Großem, das nur uns gehört. Eine Melodie, die niemand sonst hören muss – außer uns beiden.


RE: Ein flüchtiger Moment - Lean - 03.01.2026

Sehr zögerlich fand er ihre Hand, die sich im Gegensatz zu seiner total weich anfühlte. Der Funke, der offensichtlich übersprang, kam nicht mit einem Knall, sondern fast heimlich, doch er setzte sich fest, als würde er genau dort hingehören.

Ich habe zu oft Panik, bin zu distanziert und mein Lächeln verrutscht zu sehr. Doch womöglich ist ihr das gar nicht wichtig, wenn ich es schaffe mich zu zeigen, eventuell kann ich es dann sein...gut genug.

Wie sie hatte noch nie jemand seinen Namen ausgesprochen. Er presste die Lippen aufeinander, sog zitternd Luft, ehe er aufgab und sich seine Schultern erheblich senkten. Lunara nutzte die Gelegenheit den vorhandenen Abstand zu überwinden. Weil sie mit ihm zusammen sein wollte.

Allmählich begegnete er ihrem Blick, dem Farbton ihrer Augen. "Deshalb bin ich dir wie irre hinterher gerannt, ohne Plan, was irgendwie kindisch ist. Wenn dir das reicht, dann will ich nie mehr gehen, einverstanden?"

Der Spezialist empfand das Bedürfnis sie wissen zu lassen, dass Lunara ihm mehr bedeutete als eine Eroberung. Ihr Lachen, hell und unbeschwert traf ihn an einer Stelle, wo er längst abgehärtet war. Nähe konnte vergänglich sein, andererseits wurde sie benötigt, um sich geliebt zu fühlen.

Ob sie diejenige ist, die mich wieder hochzieht, sollte ich abstürzen, weil mir die Kraft ausgeht? Immerhin muss unsere Verbindung doch einen Grund haben, wie eine ähnliche Geschichte, die wir mit uns tragen.

Erstaunt stellte er fest, dass sie ihre Hand fester in seine legte und ihn entschlossen anschaute. "Ich habe mich genug bewiesen, ich will, dass es aufhört", gestand er brüchig, "aber wenn du mich magst und um dich haben möchtest, bleibe ich, bis der Morgen graut."

Am liebsten hätte er ihre Flügel berührt, allerdings hielt er lediglich inne. "Ist mir so eingefallen", schmunzelte Lean beinahe entschuldigend, "auch wenn mein Vater widersprechen würde, hast du Recht. Lass uns tanzen. Oder brauchst du erst Musik?"

Während er ihr nun in die Augen blickte, wusste der Braunhaarige, dass sie mit ihm ging statt sich abzuwenden. "Bin dabei.", meinte er feierlich und zugleich voller Gefühl.

Es ist richtig ihre Hand zu nehmen. Sanft, weil ich hoffe sie nicht zu verletzen, aber so, dass es bei ihr ankommt. Für mich ist es kein Flirt, kein One-Night-Stand, keine Affäre, es ist mir ernst mit ihr. Vermutlich wird es niemand verstehen, doch es genügt, dass wir es tun.